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Streckenrekorde bleiben unangetastet |
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Von echtem Frühling noch keine Spur, aber immerhin kein Schnee und Frost mehr:
Bei der Bewertung der Witterungsbedingungen für den 8. Osterbyer Osterlauf am Ostermontag rückten die 280 erfolgreichen Athleten dankbar die positiven Aspekte in den Vordergrund.
An einem grauen und windigen April-Tag am Fuße der Hüttener Berge prägten zwar noch Sportler in langen Hosen und langärmeligen Oberteilen das Bild, doch nach dem langen harten Winter freuten sich viele Langstreckenläufer trotz der niedrigen Temperaturen einfach auf den ersten Frühlingslauf, bei dem man ohne Schnee und Eis das Tempogefühl und die Ausdauer testen konnte.
Der Osterlauf in Osterby, der nach acht Auflagen für die Athleten in der
Region bereits zu einem echten "Pflichttermin" an den Feiertagen
geworden ist, hat wie wohl nur wenige Läufe im Norden schon fast alle
Facetten der Witterung erlebt. Nach dem Schneerennen von 2008 und dem
fast schon sommerlichen Osterlauf 2009 servierte der Wettergott dieses
Mal eine Zwischenvariante mit grauen Wolken, die sich zur Freude der
Aktiven und der Zuschauer aber Regentropfen verkniffen.
Dass die
Streckenrekorde bei der achten Auflage im Zehn-Kilometer-Hauptrennen
nicht in Gefahr gerieten, obwohl beide Rekordhalter am Ende als
souveräne Sieger über die Ziellinie liefen, lag jedoch weniger an den
äußeren Bedingungen, sondern an der aktuellen Form der Topathleten.
"Letztes Jahr war ich extrem gut im Training. Im diesem Jahr habe ich
berufsbedingt einfach nicht ganz diesen hohen Trainingsaufwand betreiben
können", gibt Pascal Dethlefs als naheliegende Erklärung dafür an,
warum er seine Bestmarke aus dem Vorjahr (32:04 Minuten) nicht erneut
angreifen konnte.
Der 26-jährige von der LG Rendsburg-Büdelsdorf feierte
in gleichwohl respektablen 33:28 Minuten dennoch unangefochten seinen
dritten Sieg beim Osterlauf. "Bei den Straßenlauf-Landesmeisterschaften
am 25. April in Eckernförde kann ich hoffentlich noch etwas schneller
laufen.
Vielleicht ist dann auch eventuell ein Spitzenplatz drin",
blickt Dethlefs schon auf einen seiner in Kürze anstehenden
Saisonhöhepunkte voraus.
Auf den ersten drei Kilometern hatte Dethlefs
in Osterby noch unerwartete Begleitung an der Spitze des Feldes. Der
19-jährige Tim Hartmann vom FC Borussia Osterstedt hielt zunächst
überraschend mit dem Führenden Schritt. "Ich wollte einfach mal gucken,
wie lange ich das Tempo mithalten kann. Dass Pascal irgendwann davon
zieht, war mir klar", erläuterte der junge Athlet aus dem Dorf im
Naturpark Aukrug, der neben seiner Läuferkarriere auch als
Fußball-Schiedsrichter auf den Sportplätzen der Region unterwegs ist,
sein Kalkül. Trotz dieser gewagten Taktik, die viel Kraft kostete,
rettete sich der schnelle Referee in guten 35:46 Minuten noch als
Gesamt-Dritter ins Ziel.
Auf der zweiten Streckenhälfte musste Hartmann
allerdings noch den routinierten Thomas Ebel vom Roadrunnerteam TH
Eilbeck vorbeiziehen lassen, der sich in 34:55 Minuten den zweiten Platz
sicherte.
Einen jederzeit ungefährdeten Sieg, der aber nicht ganz so dominant
ausfiel wie erwartet, feierte im 10-km-Rennen der Frauen die 16-jährige
Christin Liedtke von der LG Wedel-Pinneberg. In 39:54 Minuten gewann die
talentierte Nachwuchsathletin mit mehr als einer Minute Vorsprung vor
der in Osterby auch schon zweifach siegreichen Gunda Nielsen (TSV
Glücksburg 09/ 41:10 Min.) und Ulrike Petersen (SG Athletico Büdelsdorf/
44:24 Min.).
Nachdem Christin Liedtke dreimal in Folge in Osterby den Jedermannlauf
über 5,5 km gewonnen hatte und zudem 2007 als 13-jährige Schülerin mit
ihrem Streckenrekord im Hauptrennen (36:55 Min.) eine imponierende Marke
aufgestellt hatte, durfte die schnelle Läuferin aus Klein-Nordende nun
bereits zum fünften Mal ein Osterbyer Unikat als Siegestrophäe in
Empfang nehmen.
Das handgedrechselte Osterei aus Holz wird in Osterby
seit Jahren allen Gesamtsiegern überreicht. "So einen Siegerpreis gibt
es nur bei uns", erklärt Organisationsleiter Wolfgang Mund den
Preisempfängern nicht ohne Stolz. Eine ähnliche Sammlung wie Christin
Liedtke könnte in einigen Jahren vielleicht auch Julia Gröling in ihrem
Kinderzimmer aufstellen. Wie einst Christin Liedtke, die inzwischen in
der Jugendklasse angekommen ist und naturgemäß nicht mehr ganz die
Leistungssprünge der letzten Jahre fortsetzen kann, deklassiert die
kleine 12-jährige vom Bredstedter TSV seit rund einem Jahr als
leichtfüßige Siegerin fast jede Woche die weibliche Konkurrenz und
verdutzt immer wieder die mit der Laufszene nicht so vertrauten
Zuschauer.
Beim Osterlauf gewann Julia Gröling das
5,5-km-Jedermannrennen in 21:57 Minuten souverän vor Monika Schulze
(Handewitter SV/ 24:57 Min.) und Wencke Mohr (Friedrichskoog/ 25:07
Min.). Als schnellster Mann rannte Jan-Peter Brückner in 19:40 Minuten
dem Rest des Feldes davon. Der Eckernförder Sportwissenschaftler ließ
Günther Brinkmöller-Jacob (SG Athletico Büdelsdorf/ 21:15 Min.) und
Klaas Rathje (SV Preußen Reinfeld/ 21:20 Min.) keine Chance.
Beim Schnupperlauf über 1,3 km hatte am Ende ein junger Osterurlauber
die Nase vorn. Der zehnjährige Niclas Gottschalk aus dem hessischen
Altenstadt rannte nach 5:05 Minuten als schnellster Junge ins Ziel. Die
gleichaltrige Lis Empen ließ in 6:22 Minuten alle Mädchen hinter sich.
Wie der junge Schnupperlaufsieger verbanden zahlreiche Osterurlauber
ihre Ferien an der Ostsee mit einem Start am Fuße der Hüttener Berge.
Gäste aus dem Süden, dem Westen und dem Osten Deutschlands fanden den
Weg in die Gemeinde bei Eckernförde.
Mit 280 erfolgreichen Teilnehmern zeigten sich die wie gewohnt in der
Organisation sehr fachkundig und liebevoll agierenden Ausrichter vom
Osterbyer SV zufrieden. "Das entspricht fast dem Niveau des Vorjahres",
bilanziert Helmut Schlaber vom Auswertungsteam. Der Ostermontag 2011 ist
jetzt bereits bei vielen Langstreckenläufern im Kalender markiert.
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